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I live by the river!

Subscribe | Retrun to feeds | Users subscribed: 37 | Last Updated: Jun 29 2009, 16:44:12

Die Freiheit des Einen

29 Jun 2009 13:14:00 | Johnny Haeusler | Feature,Positionen,Reflektionen | Comments

Mein Kopf surrt von Themen, die mich überrennen und ratlos stehen lassen wie die fünf Zwölfjährigen, mit denen ich am Wochenende Fußball gespielt habe. Das Netz vibriert zur Zeit vor spannenden Fragen, doch ich schaffe es kaum, meine Gedanken in einen einzigen umfassenden Artikel zu packen. Ich hab’s probiert, ehrlich!

Stattdessen gibt’s Häppchen. Einwürfe. Einladungen zur Detail-Debatte, für die 140 Zeichen nicht genügen. Heute: Die Freiheit der Information.

Nicht erst seit Bestehen von Wikileaks gilt die Regel „Information must be free“ als einer der Grundsätze von Hackern und anderen, die sich als Aktivisten für Bürgerrechte sehen. Und in Wirtschaftskreisen gilt Whistleblowing, also das meist anonyme, weil nicht ungefährliche Veröffentlichen von Informationen, die zunächst nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, als oft heldenhafter Akt, da es in der Regel um das Aufdecken von illegalen Tätigkeiten oder Absichten in Unternehmen geht.

Da wir alle Die Guten™ sind, gehen wir davon aus, dass veröffentlichte Informationen nur für Die Bösen™ schlecht sein können. Während wir uns auf der einen Seite zurecht für unsere Privatsphäre einsetzen, verlangen wir ebenfalls zurecht Transparenz in allen öffentlich relevanten Belangen. Dass beide Bereiche nicht immer leicht zu trennen sind, zeigt das jüngste Beispiel um David Rohde, Reporter der New York Times.

Rohdes war sieben Monate lang Geisel der Taliban, die ihn entführt hatten, und konnte sich kürzlich selbst befreien. Um sein Leben nicht zu gefährden, hatte die New York Times viele Medienhäuser darum gebeten, die Tatsache der Entführung nicht weiter zu kommunizieren. Auch die Wikipedia bat man um Mithilfe, und Jimmy Wales sagte selbige zu – für manche Wikipedianer ein klarer Fall von Zensur, endlose Edit-Wars begleiteten den Wikipedia-Eintrag von David Rohde.

NYT, via

Ein anderes, etwas weniger lebensbedrohendes Beispiel: Vor einigen Tagen machte das vorläufige Wahlprogramm der CDU in einer ersten, nicht bestätigten Fassung die Runde und landete auch bei Wikileaks. Die Empörung über die Passage zur sogenannten Three-Strikes-Regelung (Internet-Nutzern, die sich dreimal z.B. durch illegale Downloads strafbar gemacht haben, soll der Zugang zum Netz verboten werden) war groß, nur: Die Passage taucht im finalen Wahlprogramm gar nicht auf. Optimisten mögen hoffen, dass die Reaktionen im Netz die CDU zum Rückzieher verleitet haben, Pessimisten könnten meinen, die CDU sei feige und wolle ihre Sympathie für die Regelung einfach nur nicht öffentlich kommunizieren. Und Realisten fragen sich: Wofür die ganze Aufregung um einen Entwurf, der nicht für die Veröffentlichung bestimmt war?

Letztes Beispiel: Beim BitTorrent-Anbieter PirateBay waren im vergangenen Jahr die polizeilichen Ermittlungsunterlagen eines Mordfalls aufgetaucht, bei dem u.a. zwei Kinder mit einem Hammer erschlagen wurden. Der Vater der ermordeten Kinder bat die Betreiber von PirateBay, die Autopsie-Fotos nicht weiter zu verbreiten, PirateBay lehnte dies ab, denn es sei nicht Sache von PirateBay über ethische Fragen zu entscheiden. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Ermittlungsunterlagen in Schweden nach Abschluss der Ermittlungen von jedem bei den Behörden angefordert werden können – ins Netz gestellt werden sie jedoch nicht. Zwar schossen die Download-Zahlen für die Fotos erst wirklich in Höhe, nachdem der Fall öffentlich wurde, doch darf man sich fragen, welches öffentliche Interesse damit befriedigt werden soll, diese Autopsie-Fotos per Google auffindbar zu machen.

„Die Vorstellung einer unverfälschten Offenheit, einer reinen Demokratie ist naiv“, meint Joseph M. Reagle von der New York University, der die Wikipedia studiert. Er mag damit Recht haben, was noch lange nicht bedeuten muss, dass man sich nicht um die größtmögliche Offenheit bemühen sollte.

Mir stellt sich die Frage, wer entscheiden sollte, wo mögliche Grenzen liegen und wer für deren Einhaltung einstehen kann und soll. Im besten Fall ist natürlich ein gesellschaftlicher Konsens gefragt, doch wie kann Zivilcourage im Internet eigentlich aussehen? Schon die Debatten um die Netzsperren zeigen, dass der Teufel im Detail steckt: Während die einen Sperr-Gegner ein System anlehnen, dass Möglichkeiten zur Zensur etabliert und gegen die Verbreitung der Dokumentation von Kindesmisshandlungen so gut wie gar nichts bewirkt, scheint es anderen darum zu gehen, jegliche staatliche Restriktion und Intervention bei der Verbreitung digitaler Inhalte, gleich welcher Art, zu verhindern.

Und so landet man letztendlich bei der alten Frage: Wie weit kann die Freiheit des Einen gehen, ohne die des Anderen zu beschränken? Eine abschließende Antwort wird es wahrscheinlich nicht geben, zu individuell sind die Fälle, die Lebenseinstellungen und -sichtweisen, Sozialisierungen und Meinungen der Mitglieder jeder Gesellschaftsform, noch immer zu neu die Herausforderungen der digital vernetzten Welt. Und so wird am Ende der Debatte vermutlich wieder ein Kompromiss stehen.

Es gilt meiner Meinung nach, diesen Kompromiss weitgehend mit zu beeinflussen, wozu manchmal auch die Forderung des vielleicht Unmöglichen nötig ist. Kompromisse jedoch komplett abzulehnen, halte ich weder für zielführend noch erfolgsversprechend, sondern in erster Linie für ignorant gegenüber Andersdenkenden. Und das wiederum sollte keine Eigenschaft einer modernen Gesellschaft sein.


Wohin die Winde wehen

29 Jun 2009 09:33:09 | Johnny Haeusler | Inland,Politik | Comments

Wir wollen allen Leuten, denen unsere Themen wirklich sehr, sehr wichtig sind, die Möglichkeit bieten sich zusammen zu tun, egal ob sie aus dem eher linken oder eher rechten Lager kommen.

Jens Seipenbusch, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland, im Interview mit Radio-G.


Die Geschichte eines Moonwalk-Flashmobs

27 Jun 2009 23:31:20 | René Walter | Musik,Pop | Comments

Gestern versammelten sich tausende Menschen auf den Straßen, um im Gedenken an Michael Jackson einen Moonwalk Flashmob zu tanzen. Auch in Berlin. Im Flickr-Blog gibt es Bilder, folgt man den Links zu den Fotografen findet man noch viel mehr, HYST hat ein Video des Flashmobs in London und hier steht die Story zum Ursprung des Moonmobs, der wahrscheinlich auf einen Tweet von B3ta-Mitbegründer Rob Manuel zurückzuverfolgen ist. You got to be startin’ somethin’…

So I post, tentatively, “If I claimed there was a mass moonwalk being organised for 6pm at Liverpool Street Station would anyone believe me?” and sit back to see what happens next.

How I started the Jacko flashmob by accident (via Waxy)


SpOntan

26 Jun 2009 12:55:29 | Johnny Haeusler | Inland,Medien,Netzpolitik,Politik,Reflektionen | Comments

Eben noch bewunderte ich den ziemlich guten Titel dieses Spiegel-Online-Artikels und dann fiel mir ein, wo ich ihn zum ersten Mal gelesen habe.

Bei @343max nämlich.


TXT ISLAND

26 Jun 2009 10:26:00 | Tanja Haeusler | Film TV Radio,Pop | Comments

Chris Gavin hat mit viel Geduld einen Stop-Motion Film buchstabiert, über den sich Analphabeten freuen werden!

(via Glaserei)


Michael Jackson R.I.P.

25 Jun 2009 23:57:35 | René Walter | Musik,Pop | Comments


(Dailymotion Direktjacko)

Michael Jackson ist heute an einem Herzstillstand verstorben. Mit ihm stirbt ein Teil meiner Kindheit und auch wenn sich das pathetisch anhört: Es ist die Wahrheit. Michael Jackson war der erste Popstar, den ich als solchen wahrgenommen hatte. Er war der King of Pop. Und als solcher behalte ich ihn in Erinnerung. Beat it.


GOA 2009

25 Jun 2009 21:55:39 | Johnny Haeusler | Netz,Pop | Comments

Ein guter und netter Abend mit einem ganz persönlichen Highlight war das gestern beim Grimme Online Award 2009, zu dem ich als Laudator eingeladen war, um den Preis für die Kategorie „Spezial“ zu überreichen. Raum für eigene Notizen bleibt dennoch, na klar.

Gut war der Abend deshalb, weil auf der Bühne mehrfach die Gelegenheit zur Erwähnung der Debatte um Frau von der Leyens Stoppschildgesetz und auch den aktuellen Medien-Entwicklungen in Iran wahrgenommen wurde – ein Muss bei einer Veranstaltung, die sich u.a. mit Online-Journalismus beschäftigt.

Und nett deshalb, weil ich alte Bekannte wiedergetroffen und neue Gesichter kennengelernt habe.

Der Grimme Online Award, für Techno-Hippies zwar verwirrend, dennoch sinnvoll GOA abgekürzt, bemüht sich seit 2000 um die Auszeichnung von hochwertigen deutschsprachigen Web-Angeboten. Während der Award anfangs eher im Schatten der großen TV-Schwester, dem Adolf-Grimme-Preis, um Anerkennung buhlen musste, kämpfte er 2007 mit technischen Pannen und organisatorischen Fehlern, die inzwischen ausgemerzt sein sollten.

2006 wurde Spreeblick mit einem Grimme-Online-Award ausgezeichnet, was uns mindestens einen Running Gag einbrachte: Der Satz „Und für sowas bekommt man nun also einen Grimme-Preis, ja?“, der nach der Preis-Verleihung gerne von Spreeblick-nicht-so-richtig-toll-Findern als Kommentar zu banaleren Spreeblick-Posts genutzt wurde, ist redaktionsintern immer noch sehr beliebt und kommt beim gegenseitigen, natürlich ü-ber-haupt-nicht ernst gemeinten Dissen unter großem Gelächter zum Einsatz.

In diesem Jahr jedoch durfte ich einen Preis, nämlich den Award in der Kategorie „Spezial“ übergeben – an byte.fm, dessen Macher/innen die Auszeichnung meiner Meinung nach verdient haben und für die ich mich sehr gefreut habe. Alle weiteren Gewinner sind hier zu finden und von uns gibt es an alle herzliche Glückwünsche! Ich persönlich bin ja immer sehr froh, solche Entscheidungen nicht fällen zu müssen, denn im Dickicht der vielen großartigen Sites scheint es mir unmöglich, wenige herauszupicken und gesondert zu prämieren.

Letztendlich sollte man jedoch keinen Award zu ernst nehmen, das nimmt die mögliche Schwere. Auszeichnungen sind für die Empfänger eine Freude und eine Honorierung ihrer Arbeit, der Abend kann eine gelungene Party sein und am nächsten Tag geht’s dann wie gehabt weiter.

Der GOA war in diesem Jahr prima organisiert, ausnahmsweise wussten nicht einmal die Gewinner, dass sie ebensolche sein würden und die Stimmung war entspannt. Schwierig finde ich aber nach wie vor, die Balance zwischen „Echtheit“ und „Glamour“ beim Event selbst zu finden. Eine Zeremonie braucht ein gewisses Maß an Trara und darf dabei auch gerne etwas übertreiben, müsste dafür aber genau durchgeplant und bis ins Detail professionell inszeniert sein, um nicht peinlich zu werden. Eine solch penible Inszenierung könnte aber einem Online-Award auch schaden, wir wollen schließlich Glaubwürdigkeit und sind nicht in den USA, wo man es eher gewohnt ist, sich und andere bei ähnlichen Veranstaltungen mit Feuerwerk zu feiern.

Dass das Resultat dieser Gratwanderung dadurch an manchen Stellen nichts Halbes und nichts Ganzes ist, überrascht nicht und ist kein GOA-spezifisches Problem. Dass jedoch mehrfach am Abend darauf hingewiesen wird, wieviel toller und wertvoller doch ein „echtes“ Gespräch im Gegensatz zu Twitter etc. wäre … das dürfen sich Redner/innen bei einem Online-Award gerne sparen. Das Netz braucht nicht mit spitzen Fingern angefasst zu werden, sondern soll und muss selbstverständlich sein. Gelingt es dem GOA in den nächsten Jahren noch mehr, diese Selbstverständlichkeit zu präsentieren, sollte ihm noch mehr Support von Online-Medien aller Art gewiss sein. Denn das eigentliche Ziel, Netz-Qualität ins Rampenlicht zu holen, um den ewigen Nörglern und Internet-bedrohlich-Findern etwas entgegenzusetzen, ist absolut kein falsches. Uwe Kammann formulierte in der Eröffnungsrede: „Das Internet ist nicht das Medium der Zukunft, es ist das Medium der Gegenwart“ – und so sollte sich der GOA auch anfühlen.

Und mein ganz persönliches Highlight? Zwei Kölsch mit Ralph Caspers und seiner Gattin!


London’s Calling Tapes

24 Jun 2009 13:12:10 | René Walter | Kunst,Musik,Pop | Comments

Über Iri5s „Ghost in the Machine“-Flickr-Set hatte ich hier bereits im März gebloggt, der neueste Zugang, nur für Johnny: London Calling aus Bandsalat.

Ghost in the Machine: The Clash (via 223)


Future Music Camp 2009

24 Jun 2009 11:50:28 | René Walter | Musik,Netz,Pop | Comments

Am 4. und 5. Juli 2009 findet an der Mannheimer Popakademie Baden Württemberg das Future Music Camp 2009 statt. Themen sind die Zukunft des Musikvertriebs und neue Geschäftsmodelle (ach!) Mehr Infos und Anmeldemöglichkeiten gibt es hier, ein Interview mit Organisator Ryan Rauscher gab’s bereits vor einer Weile bei den Blogpiloten.


Propeller-Skateboard

24 Jun 2009 08:52:14 | Johnny Haeusler | Dinge,Produkte | Comments

Es gibt Tage, an denen ich ganz froh bin, dass meine Jungs Spreeblick noch nicht lesen … glaube ich.
Video nach dem Klickflip.

Propeller Powered Skateboard - Test Day! from Crazy Builders on Vimeo.

Mehr bei CrazyBuilders.

[via]


Restgeräusch Sessions mit Blick auf die Schuhe

23 Jun 2009 13:48:08 | Johnny Haeusler | Musik,Pop | Comments

Ich bin schon lange raus, was Popmusik angeht. Der neueste heiße Scheiß? Keine Ahnung. Welche Band spielt morgen in diesem neuen angesagten Ladenkeller? Ich weiß es nicht.

Da ich dennoch gerne neue Musik höre, freue ich mich über so liebevoll und gut gemachte Serien wie die Restgeräusch Sessions von Rote Raupe, einem Online-Independent-Musik-Magazin oder wie immer man sowas nennen will. Junge Bands spielen live im Studio ein paar Tracks, werden dabei gefilmt und der geneigte Schon- oder Bald-Fan kann sich das Ganze in diesem Internet ansehen. Klasse und vor allem wirklich gut umgesetzt. Interviews und Fotos gibt’s auch noch dazu.

Beim Durchhören und -sehen der dort aktuell verfügbaren Bands stellte sich mir allerdings eine Frage:

Kommt es mir nur so vor oder klingen wirklich so viele der neuen Bands so … introvertiert? Ich möchte den bei den Sessions vertretenen Bands nicht auf die Füße treten, dafür müsste ich mir der Fairness halber das Material noch einmal genauer anhören, aber so ganz allgemein:

Ich habe den Eindruck, dass ich täglich neue Bands im Netz sehe oder höre, die irgendwie zwar konzentriert, aber gleichzeitig auch ein bisschen leidenschaftslos auf ihren Instrumenten rumschraddeln und die ganz viele Geräuschebenen fabrizieren, deren Klangteppiche sich ohne viel Dramaturgie über den gesamten Song ausbreiten. Die Musiker/innen scheinen dabei sehr pflichtbewusst auf eben diese Instrumente oder Laptops oder ihre Schuhe zu starren, manchmal haucht irgendwann jemand irgendwelche Wörter in irgendein Mikrofon, Hooklines oder gar Refrains sind erst und nur manchmal nach vielfachem Hören auszumachen und überhaupt scheint man es eher unangenehm zu finden, dass da jemand zuhören könnte.

Ist das nur meine Wahrnehmung (absolut möglich!) oder tatsächlich ein anhaltender Trend? Verpasse ich haufenweise wütender junger Menschen, die sich ihren gesellschaftlichen Frust aus der Seele brüllen? Gehen die Horden von grandios posenden und vor jugendlicher Kraft strotzenden jungen Hunde mit elektrischen Gitarren an mir vorbei? Sind die begnadeten Songschreiber, deren Songs schon in den ersten Sekunden klarmachen, dass hier ein Klassiker auf uns zugedonnert kommt, einfach an meiner Aufmerksamkeit vorbeigerauscht?

Popkultur hat meiner Meinung nach nicht nur mit Klang zu tun. Popkultur ist Mode, Style, Posen, Sex, Slogans, Angeberei, Wut, Liebe, Hass, Leidenschaft. Und nicht entweder hochkommerzieller Weichspüler-Müll oder „unabhängiger“ Hippie-Krams. Popmusik ist nicht zuletzt: Glamour.

Wo sind die aufregenden Neuen, die zumindest glauben, dass sie etwas zu sagen haben? Und nochmal anders gefragt: Welche der Schraddel-Bands, die vor drei Jahren gefeiert wurden, hat im Lauf ihrer weiteren Karriere mehr als 12 Songs in halbwegs gleicher Besetzung produziert, die heute von mehr Menschen als damals gehört werden?

Oder macht das Pete Doherty etwa alles alleine?

Aktuell laufen bei mir (alle Links sind iTunes-Partnerlinks):
Pete Doherty – Grace/Wastelands (großartig)
Placebo – Battle For The Sun (bodenständig mit Stomper-Hitsingle)
Jarvis Cocker – Further Complications (very british mit hübschen Zitaten)
Jamie T – Sticks ‘n’ Stones (So geht Homerecording)
Morrissey – Years Of Refusal (immer noch, immer wieder)
The Hold Steady – Stay Positive (zwischen Hüsker Dü und Springsteen war noch Platz)


ZeFrank erklärt die Ereignisse in Iran

23 Jun 2009 11:09:49 | René Walter | Ausland,Politik,Pop,Unfug | Comments

ZeFrank dreht jetzt Videos für Time.com und im ersten geht es um die Ereignisse in Iran. Und um Kermit.

(via Waxy)


Craig Robinson: Pigeon (32)

22 Jun 2009 10:01:38 | Craig Robinson | Pigeon,Pop | Comments

(Click to enlarge)

Pigeon lives at Spreeblick. RSS. Archive.
More wonderful stuff from Craig can be admired at flipflopflyin.com.


Unruhen im Iran - You don’t know, Jack.

20 Jun 2009 16:58:12 | Frédéric Valin | Ausland,Politik | Comments

Vermutlich wird sich in den nächsten Stunden entscheiden, ob es im Iran zu einem Blutbad kommt oder ob sich die Lage beruhigt. Es ist noch nicht völlig klar, was in diesen Momenten auf den Straßen Teherans passiert. Und es ist auch völlig unklar, wofür und wogegen Khameini, Mussawi oder die Revolutionsgarden stehen - selbst für die meisten Iraner.

Unklar ist allerdings auch, woran sich der Konflikt entzündet hat. Es soll ein Wahlbetrug zugunsten Ahmadinedschads stattgefunden haben. Aber kann man einen Vorsprung von 11 Millionen Stimmen fälschen? Es wurde zwar vorab vor Manipulationen gewarnt und verschiedentlich von massiven Unregelmäßigkeiten berichtet. Aber reicht das als Indizien?

Mussawi gilt manchen fälschlicherweise als Reformer: das ist er nicht. Wäre Mussawi gewählt worden, hätte das keinesfalls Irans Weg in eine Ära der Demokratie und der Menschenrechte bedeutet. Es ist zwar kein Geheimnis, dass Khameini und Mussawi sich nicht ganz grün sind. Es mag sein, dass seine Frau Zahra Rahnaward den Reformkräften nahesteht. Es gibt auch in der Schia das Konzept der taqiyya: Demnach ist es erlaubt, die eigene Überzeugung zu verleugnen, sofern man sich innerlich nicht vom Glauben abwendet und Gefahr für Leben und Besitz besteht.

Daraus eine Nähe zu Reformkräften zu folgern, ist abenteuerlich. Mussawi gehört zum politischen Establishment, dass hat Khameini auch in seiner Rede nochmals betont. Seine Wahl hätte niemals den Zusammenbruch des jetzigen Systems markiert. Er tritt rhetorisch sehr viel sanfter auf als Ahmadinedschad, okay, das hallt weniger blechern in den Ohren der westlichen Welt. Und er hat auch nicht dieselben Verbindungen zu den basidsch oder den Kriegsveteranen wie sein Kontrahent. Er bleibt trotzdem politisch ein Konservativer.

Vielleicht hat deswegen die Revolutionsgarde in einem offenen Brief unmissverständlich klargemacht, dass sie sich nicht gegen Demonstranten einsetzen lassen wird:

We take God as our witness, in spite of the great danger threatening our lives, that we stand firm against the traitors. Having performed our ablution for martyrdom, we will not let some corrupt and rentier commanders who are wearing the holy Guards’ uniform, slaughter people in a massacre.

Es bleibt, zugegeben, die Frage, ob das Dokument echt ist. Genausowenig, wie man darüber Bescheid weiß, sind einige andere zentrale Fragen nach wie vor offen. Man weiß nicht, welche Ziele Mussawi verfolgt. Man weiß noch nicht einmal, wie viele der Demonstranten auf den Straßen Teherans Anhänger Mussawis sind. Und man weiß vor allem nicht, wie fest Khameini im Sattel sitzt.

Jeden Abend geht die Bewohnerin Teherans, die dieses Video gedreht hat, auf ihr Dach, um zu hören, wie viele Menschen Allah Akbar rufen. Daran hofft sie ermessen zu können, wie viele Menschen sich gegen das jetzige Regime stellen: denn Allah abends zu preisen, das kann unter keinen Umständen verboten werden. Allah Akbar, das war der Ruf der Revolution von 1979. Inzwischen ist es der Ruf des zivilen Ungehorsams.

Dass es eine breite Opposition gegen das Regime im Iran gibt, daran herrscht kein Zweifel. Nachdem Mussawi immer noch darauf besteht, die Wahlergebnisse zu annulieren, und damit Khameini vor den Kopf stößt, steht zu erwarten, dass die Situation weiter eskaliert.

Morgen findet in Berlin eine Demonstration aus Solidarität mit der Bewegung im Iran statt. Start ist um 14:00 Uhr am Stuttgarter Platz.


Die Yes Men haben wieder gefakete Zeitungen verteilt

19 Jun 2009 19:06:17 | René Walter | Ausland,Medien,Politik | Comments

Die Yes Men haben zusammen mit Greenpeace nicht weniger als eine Million gefaketer Herald Tribunes verteilt, und zwar die Ausgabe vom 19. Dezember 2009. Die Aktion sollte auf die Klimagespräche hinweisen, die in Kopenhagen vom 7. bis 18. Dezember stattfinden. Oben der Fake-Garfield-Cartoon, auf der Comic-Seite gibt’s noch einen Klima Halvin and Cobbes, die komplette Ausgabe ist hier online und hier als PDF runterladbar.

(via The Browser)

Vorher auf Spreeblick:
Die Yes Men beenden den Irak Krieg in einer gefakten New York Times-Ausgabe vom 4. Juli 2009


iPhone 3G S – Erste Eindrücke (Updates)

19 Jun 2009 15:39:34 | Johnny Haeusler | Hardware,Produkte | Comments

Das neue iPhone 3G S, mit dem Apple nun leider auch den Weg vieler anderer Hersteller geht und sich in merkwürdigen Bezeichnungen verstrickt, ist heute in den Verkauf gegangen. Es folgen erste Eindrücke nach dem Hinweis:

Wer bereits T-Mobile-Kunde ist, kann konnte etwas günstiger zum 3G S wechseln. Wer jedoch unabhängig von T-Mobile-Tarifen sein und sich ein iPhone ohne SIM-Lock leisten möchte (und kann), dem sei eine Bestellung in Italien zu empfehlen, das Gerät kostet dann in der 32-GB-Version allerdings rund 700 Euro, ist aber dafür frei von blödsinnigen Provider-Bindungen.

Die neuen Funktionen des iPhone 3G S dürften denjenigen, die sich für diesen Artikel interessieren, schon längst bekannt sein, ich steige daher direkt ein.

Geschwindigkeit

„Doppelt so schnell“ soll das Gerät sein, eine Behauptung, die ich mangels technischer Testumgebung nicht beweisen oder widerlegen kann, jedoch fühlt sich das neue iPhone wirklich etwas schneller an als der 3G-Vorgänger. Websites scheinen schneller zu laden, überhaupt läuft alles flüssiger. Aber das kommt einem bei neuen Geräten ja oft so vor, also erstmal abwarten, bis ordentlich hin- und her kopiert und geabeitet wurde. In diesem fscklog-Video sieht man den Geschwindigkeitsvergleich zwischen einem 3G und einem 3G S beim Starten einer Applikation.

Update: Inzwischen muss ich sagen, dass sich die Geschwindigkeit doch ganz enorm verbessert hat, was ich hauptsächlich beim Start von Apps und in Safari (Laden von Sites) spüre.

Kompass

Cool, ein 700-Euro-Gerät hat ein 50-Cent-Feature! Könnte man denken.

Tatsächlich wird die Tragweite des neuen Kompass’ mehr noch als mit der kommenden TomTom-Navigation bei „Augmented Reality“-Anwendungen deutlich werden, mit denen Grafiken oder Informationen über Umgebungsbilder, die durch das Gerät betrachtet werden, gemischt werden können. Das verspricht nicht nur spannende Spiele, sondern auch interessante Apps, die z.B. Wikipedia-Infos zu bestimmten Orten oder Gebäuden anzeigen, die man durch die iPhone-Kamera betrachtet. Wer es schon dämlich findet, dass einen auf der Straße Leute anrempeln, die gerade eine SMS oder E-Mail tippen, der darf sich auf Passanten freuen, die nur noch durch ihre Telefone auf die Welt schauen.

In GoogleMaps zeigt der Kompass seinen Einfluss, wenn das „Lokalisieren“-Symbol ein zweites Mal gedrückt wird, die Route wird dann mit der korrekten Himmelsrichtung angezeigt, und zwar völlig flüssig und sehr elegant.

Achja, der Kompass zeigte in meinen Tests korrekt nach Norden. Glaube ich.

Copy and paste

Es bleibt ein schlechter Witz, dass Apple diese unverzichtbare Funktion erst jetzt einführt, doch nun gibt es (unabhängig vom 3G S, dies ist ein System-3.0-Feature für alle iPhones) Kopieren und Einfügen mit gewohnt simpler und überzeugender Apple-Interface-Gestaltung. Doppel-Tap auf ein Wort, Anfangs- und Endpunkt im Text markieren, „Copy“ klicken, fertig. „Select all“ geht ebenfalls.

Auch Bilder und Fotos lassen sich kopieren und einfügen, beispielsweise, um sie in eine MMS oder in eine E-Mail einzufügen oder hin- und her zu kopieren. Copy und Paste wird speziell für mobile Blogger und Twitter-Nutzer die Nutzung des iPhone noch einmal erheblich verbessern. Ach ja, iPhone-schütteln macht Undo. Toller Satz auch.

Search

Ebenfalls ein allgemeines 3.0-Feature und enorm hilfreich und schnell: Die systemweite Suche findet Stichwörter in allen Adressen und Dateien, also auch in Mails und anderen Dokumenten oder auch in Songs, Kalendern, Notizen usw. – bei vielen über den Home-Screen verteilten Applikationen lässt sich die schnell aufrufbare Suche wunderbar als App-Launcher verwenden, denn Verzeichnisse zur Sortierung gibt es leider immer noch nicht.

Die Suche ist klasse, außerdem eine Funktion, die mir in diesem Umfang auf keinem anderen Handy bekannt ist (bitte ggf. um Korrektur, denn alle Geräte kenne ich natürlich nicht).

Voice Control

Da ich glücklicherweise wenig im Auto unterwegs bin, fand ich Sprachwahl immer etwas albern und für mich recht überflüssig, und als ich zum ersten Mal versuchte, eine Nummer über den Sprachbefehl „Ruf Spreeblick!“ zu wählen, fühlte ich mich sofort bestätigt: Funktioniert nicht! Haha! Blödsinn!

Dann stellte ich fest, dass ich noch gar keine Nummern im neuen Gerät gespeichert hatte. Soweit, dass ein iPhone die Spreeblick-Nummer von Hause aus kennt, sind wir dann wohl doch noch nicht.

Nachdem ich meine Daten synchronisiert hatte, funktionierte die über den Home-Button zu aktivierende Sprachwahl dann überraschend gut. Sind mehrere Nummern vorhanden, bietet eine mechanische Stimme die Auswahl an, ein erneutes Stimmkommando (“Arbeit!“) lässt das iPhone die entsprechende Nummer wählen.

Anmerkung: Im alten System führte der länger gedrückte Home-Button zu einem Force-Quit der aktuellen Anwendung, dieser wird nun mit dem Powerschalter und und erst danach mit dem Home-Button durchgeführt.

Per Voice Control lassen sich jedoch auch die iPod-Funktionen des iPhone steuern und während ich das testete, musste Christoph im Büro dauernd lachen. Zurecht. Besonders das Kommando „Welcher Song wird gespielt?“ und die darauf folgende Roboter-Ansage von Künstler und Titel ist irgendwie albern. Nun ja. Wer’s braucht. Kost’ ja nix extra.

Find my iPhone

Das ist nun wirklich ziemlich beeindruckend. Ein verlorenes oder vergessenes oder geklautes iPhone lässt sich, sofern die Funktionen freigegeben sind und ein Mobile-Me-Account vorhanden ist, vom Browser aus orten.

Zusätzlich kann man per Browser sowohl eine Nachricht an das iPhone senden als auch einen Ton abspielen lassen, selbst wenn das Gerät auf Stumm geschaltet ist. Und: Die Daten auf dem iPhone können vom Browser aus ferngelöscht werden.

Tatsächlich habe ich diese Funktion vor nicht allzu langer Zeit sehr vermisst und mich gefragt, warum das mit diesem ganzen GPS-Krempel nicht Standard ist. Der Test ist kurz: Funktioniert. Natürlich nur, wenn das iPhone noch genügend Strom hat und eingeschaltet ist …

Tethering

Ebenfalls eigentlich ein Lacher, denn der Internet-Zugang vom Laptop über ein Bluetooth-Handy ist seit langem Standard, nun funktioniert es auch auf einem offiziellen iPhone von T-Mobile, per USB-Kabel oder drahtlos per Bluetooth (Achtung bei den Verträgen, nur bei den allerersten iPhone-Verträgen ist diese Nutzung im Preis inbegriffen!). Mit Jailbreak war das alles sowieso schon möglich.

Update: Bei der Suche nach einer Lösung fürs Tethering bitte den iPhone-Browser (!) http://help.benm.at ansteuern lassen.

Kamera

Die iPhone-Kamera war bisher Schrott. Jetzt ist sie okay. Immerhin 3 Megapixel, immerhin Autofocus, der an der Stelle des Bildes fokussiert, auf die man mit dem Finger zeigt (auf dem iPhone natürlich, nicht am Objekt!). Die neue Makrofunktion ist gut genug, um damit z.B. einen Teil eines Zeitungsartikels lesbar zu fotografieren.

Und: Video. Auf jedem Billighandy seit Jahren vorhanden, jetzt endlich auch auf einem nicht-jailgebrochenen iPhone 3G S. Aufgenommene Videos lassen sich direkt auf dem Gerät „trimmen“ (Start- und Endpunkt können verändert werden, Zusammenschnitt mit anderen Videos ist leider noch nicht möglich, das kommt aber mit ziemlicher Sicherheit noch) und vor allem kann man seine Videos direkt auf den eigenen YouTube-Account senden. Das habe ich gleich mal ausprobiert, die Komprimierung des folgenden Clips plus WLAN-Upload zu YouTube dauerte (ohne Processing bei YouTube) etwa 3 Minuten. Das sollte Video-Podcaster aufhorchen lassen. Die Qualität ist natürlich eher mittel. Wollte ich schreiben. Und war dann vom Ergebnis doch eher positiv überrascht:

Viel mehr konnte ich noch nicht testen … ich werde aber ab morgen versuchen, Fragen in den Kommentaren zu beantworten. Und dann auch noch meinen HTC-/Android-Test fertig tippen.

Update: Habe inzwischen neben den positiven Neuerungen auch ein paar Probleme gefunden, einige ältere Apps scheinen gerne mal abzukrachen (jetzt geht das mit der Kompatibilität zwischen 3.0 und älteren Versionen los …) und Bejeweled2 hatte mir mal eben das Icon eines anderen Programms zerschossen. Zufälle, vielleicht, vielleicht aber auch Bugs, wobei ich auf Software-Fehler statt Hardware-Defekte hoffe.

Leo testet auch, na klar.


Bundestag beschließt Gesetz für Internet-Sperren

19 Jun 2009 08:48:48 | Johnny Haeusler | Inland,Netzpolitik,Personen,Politik | Comments

Der Deutsche Bundestag hat gestern das Gesetz für Internet-Sperren genehmigt. Mit 389 Stimmen konnten sich CDU/CSU und SPD gegen 128 „Nein“-Stimmen der Grünen, Linken und FDP durchsetzen und damit den Startschuss für ein System zur Netz-Zensur in Deutschland geben.

Die bisher in Deutschland erfolgreichste Online-Petition gegen das Gesetz konnte mit über 134.000 Stimmen ebenso wenig gegen den Beschluss ausrichten wie unzählige Expertenmeinungen, Berichte und Artikel in Blogs und klassischen Medien. Auch der erbrachte Nachweis, dass Websites, die Misshandlungen von Kindern dokumentieren, besser gelöscht als gesperrt werden können, wurde offenbar ignoriert: Das von Familienministerin Ursula von der Leyen mit Lügen und falschen Zahlen kommunizierte Gesetz ist bittere Realität geworden.

In den letzten Wochen habe ich mich mehr mit dem Thema beschäftigt, als mir Spaß machte. Ich habe mein müdes Gesicht in TV-Kameras gehalten und meine Argumentation vor unzähligen Radio-Mikros wiederholt. Ich musste mir die Unterstützung von Kinderschändern vorwerfen lassen. Ich habe andere nicht unwichtige Dinge sein gelassen, da meine Zeit für dieses meiner Meinung nach bedeutende Thema benötigt wurde. Wir haben gestreikt und uns die Finger wund getippt, wir haben Briefe geschrieben und zu Gesprächen eingeladen, wir haben uns mit SPD-Politikern getroffen – alles vergeblich.

Und dabei haben wir nicht einmal den Bruchteil der Arbeit geleistet, die sich viele andere gemacht haben, allen voran natürlich Franziska Heine als Initiatorin der Petition, der Arbeitskreis Zensur mit Alvar als nimmermüden Motor und auch Christian von MOGIS, die Autoren vom Heise-Verlag und viel andere Journalisten, Blogger, Twitterer.

Das Gute an diesen vergangenen Wochen der gebündelten Kräfte ist die Tatsache, dass ich viele intelligente Menschen kennengelernt habe, in der Mailingliste des AK Zensur differenzierte Debatten verfolgen konnte und viel gelernt habe: Noch einmal mehr darüber, wie Politik wirklich funktioniert und dass fundierte Argumente überhaupt nichts ausrichten können gegen Menschen, die einfach stur und kompromisslos auf ihren Lügen beharren. Gegen Menschen wie Ursula von der Leyen eben und gegen jene, die ihrer Propaganda blind folgen, um sich den Anschein zu geben, sie würden etwas gegen die Misshandlung von Kindern tun.

Die Art und Weise, wie in diesem Fall von Befürwortern der Sperren argumentiert wurde, wie immer drastischere Bilder von Verbrechen gezeichnet wurden, um den Eindruck zu erwecken, das Medium Internet sei allein für die Darstellung solcher Verbrechen erfunden worden und gar Schuld am Entstehen von Gewalttaten anstelle der tatsächlichen Täter; die perfide Rhetorik um den angeblich „rechtsfreien Raum“ Internet und das konstante Verdrehen von Tatsachen ist in meinen Augen ein weiterer Akt des Missbrauchs von Opfern, den ich den Akteuren in diesem fiesen Spiel vorwerfe.

Frau von der Leyen hat in den vergangenen Wochen und Monaten sehr viel von sich gegeben, über das man den Kopf schütteln konnte. Ein scheinbar harmloser Satz im Spiegel-Online-Interview jedoch hat sich mir besonders eingeprägt:

(…) am wenigsten passiert am Heiligabend. Da sind die Täter bei ihren Familien.

„… und testen ihre neue Videokamera“, möchte man zynisch hinzufügen. Denn genau dort, in der Familie nämlich, fanden alle mir persönlich bekannten Fälle von Kindesmissbrauch statt. Genau dort, wo sich Kinder am sichersten fühlen sollten, wird ihr Vertrauen in Menschen in vielen Fällen für immer und ewig gebrochen.

Mit der Einführung der Sperren, die als Frühwarnsystem für alle Beteiligten an solchen Verbrechen funktionieren, hat der deutsche Bundestag dafür gesorgt, dass der Vertrieb der Dokumentation von Kindesmisshandlung in Zukunft noch schwerer zu verfolgen sein wird und installiert zusätzlich ein Mittel der Netz-Zensur. Glückwünsche dazu spare ich mir.

Wie Franziska Heine auch erwägen wir eine Verfassungsklage, ob diese Chancen hätte und ob man auch hierbei mit vereinten Kräften arbeiten kann, wird bereits evaluiert.

Das namentliche Abstimmungsergebnis ist bei Abgeordnetenwatch zu finden.

Siehe auch: ZEIT Online.


Don’t Panic! - Spam in WordPress-Blogs

18 Jun 2009 10:36:10 | Jeriko | Produkte,Services,Spreeblick | Comments

Merkwürdige Vorkommnisse bestimmten gestern einen großten Teil von Spreeblick, auf die ich hier kurz eingehen möchte. Vorneweg: Don’t panic! Alles harmlose Angelegenheiten, die euch nicht schaden konnten.

Morgens die erste Schreckensmeldung, anstatt diesem Beitrag wurde euch eine gepackte Datei zum Download angeboten. Das Problem war aber schnell erkannt, der „Schuldige“ war das Super Cache Plugin, bei dem die Komprimierung in diesem Fall nicht richtig funktionierte. Die gepackte Datei enthielt nichts weiter als die Website, mehr als einen, zugegeben für euch ärgerlichen Klick hat es nicht eingebracht.

Mittags dann die erste Meldung, dass dieser Beitrag im Google Reader statt dem erhofften Text nur Spamlinks anzeigen würde. Darauf möchte ich kurz näher eingehen: Jeder Client, also z.B. euer Browser, identifiziert sich gegenüber einer Website mit dem sogenannten User Agent, d.h. die Website erfährt im Gegenzug zum Beispiel, mit was für einem Browser in was für einer Version unter welchem Betriebssystem ihr unterwegs seid. Suchmaschinen benutzen für ihre Bots ebenfalls einen eigenen User Agent, und auf genau den zielte das böse Skript ab: Nur bei Google Diensten, und auch dann nur zufällig, wurden statt dem Inhalt die Spamlinks angezeigt.

Solche Skripte fängt man sich meistens durch veraltete Plugins ein, daher sollte regelmäßiges Aktualisieren zum Pflichtprogramm eines jeden Blogbetreibers gehören. Einmal befallen lässt sich die Quelle leider nicht so einfach ausmachen. Hilfreich ist es, direkt auf dem Server zu schauen, wann Dateien zum letzten Mal verändert wurden und verdächtige Kandidaten ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein Blick in die WordPress-Datenbank kann ebenfalls nie schaden, in der Options-Tabelle gibt es ein Feld active_plugins, in dem alle derzeit aktivierten Plugins verzeichnet sind - verdächtige Dateinamen sollte man überprüfen. PHP-Dateien, in denen Inhalte via base64_decode verschlüsselt werden sind auch mit absoluter Vorsicht zu genießen und meistens mit Schadcode ausgestattet.

Die Fehlermeldungen auf der Startseite waren sicher nicht schön anzusehen, von dem oben genannten aber komplett unabhängig und sonst nicht weiter tragisch.


Fotos und Videos von der Mahnwache

18 Jun 2009 09:53:12 | Johnny Haeusler | Inland,Netzpolitik,Politik | Comments

Christoph kam gerade von der Mahnwache vom Brandenburger Tor zurück und fand’s gut. Etwa 300 Leute hatten sich versammelt.

N24 hat ein paar Video- und Foto-Impressionen gesammelt, weitere Links zu Dokumentationen bitte gerne in den Kommentaren posten!


Mahnwache zum Beschluss des Netzsperren-Gesetzes

17 Jun 2009 14:36:52 | Björn Grau | Netz,Netzpolitik,Politik | Comments

Bevor morgen die Netzsperren im Bundestag beschlossen werden, wird es ab 9:00 Uhr vor dem Brandenburger Tor eine Mahnwache der Netzsperrengegner geben.

Heute Abend schon ist ab 19:00 Uhr im newthinking store in der Tucholskystraße 48 in Berlin Mitte gemeinsames Transpimalen und Plakatebasteln angesagt.

Weitere Organisation, gern auch weitere Aktionen an anderen Orten über das Wiki des AK Zensur.

Jetzt erst recht: Aufstehen gegen Zensursula!




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